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Gurgl im Ötztal, das höchstgelegene Kirchdorf in Europa
Gurgl im Ötztal: Bereits im Jahr 1840 beginnt der Tourismus in Gurgl. Noch sind es vorwiegend Forscher und Landschaftsmaler, die im Haus Kuraten (Widum) untergebracht werden. Langsam entwickelt sich das Dorf, vor dem 1. Weltkrieg stehen 14 Bauernhöfe in Gurgl und eine Kirche. Damit ist Gurgl das höchstgelegene Kirchdorf Europas.
Berühmtheit und in den Fokus der Weltöffentlichkeit gelangt Gurgl und das Ötztal, als 1931 der Schweizer Physiker Professor Auguste Piccard uns sein Assistent Paul Kipfer nach einer abenteuerlichen Fahrt mit dem Stratosphären-Ballon auf dem Gurgler Ferner notlanden müssen. Das Dorf Gurgl und das gesamte Ötztal werden durch die internationalen Presseartikel weltbekannt.
Ab Ende der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ändert sich das Erscheinungsbild von Gurgl. Durch den Andrang der Touristen entwickeln sich aus den ländlichen Höfen die beiden Orte Obergurgl und Untergurgl, etwas später der dritte Ort Hochgurgl. Heute verfügt die Region Obergurgl - Hochgurgl über 4.230 Gästebetten und beherbergt jährlich über 100.000 Gäste. Der Großteil der Besucher kommt aus Deutschland, Großbritannien, Österreich und den BENELUX-Ländern.

Auch der sensationelle Fund des “Mannes aus dem Eis”, der nach mehr als 5300 Jahren bei Vent in 3210 m Höhe vom Gletscher freigegeben wurde ist, rückte das Ötztal mit den Örten Öetz, Sölden, Zwieselstein, Vent und Gurgl in den Focus der Weltöffentlichkeit.
Durch diesen Fund bekamen die Forscher einen einzigartiger Hinweis auf die jahrtausend alte Tradition, der alljährlich stattfindenden Schaftriebe von Südtirol über den Alpenhauptkamm auf die Hochweiden des hinteren Ötztals. Die Forschung hat bewiesen: “Ötzi” war ein Hirte, der gleichzeitig der Jagd nachgegangen ist um sich selbst zu verpflegen. Nachforschungen der Univ. Innsbruck haben seit 1991 zahlreiche Fundorte und Rastplätze aus der Jungsteinzeit ans Tageslicht gebracht, die zu einer Zeitreise auf den Ötztaler Urwegen anregen.
Auf Initiative von Prof. Patzelt, Leiter der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl, werden bereits seit 2002 archäologische Grabungen am Gurgler Beilstein auf 2117 m Höhe durchgeführt. Aufgrund von Silexfunden, Feuersteingeräte wie Pfeilspitzen und Abschläge kann nachgewiesen werden, dass dieser Rastplatz bereits 1000 Jahre vor Ötzis Zeiten von Hirten genutzt wurde.
Ein archäologischer Rundwanderweg zum Beilstein (Wegnummer 9, 9a und 37) mit Verbindung zum Ramolweg lädt die internationalen Gäste zu einer prähistorischen Zeitreise ein.
Heute glänzen die Orte Hochgurgl und Obergurgl mit über 20 Hotels der 4- und 5 Sterne Kategorie und bieten Wintersport der Superlative. Modernste Bahnen, die bestens präparierten Pisten sowie hervorragende Skihütten machen den Skiurlaub bzw. Snowboardurlaub zu einem Erlebnis der Extraklasse. Die Sonnenterassen der Festkogel-Alm, der Nederhütte, der Hohe Mut Alm bieten beeindruckende Aussichten auf die umliegenden 21 Gletscher. Gurgl, ein Sommer- wie ein Winterurlaubsort der Extraklasse.